Infos

Über die Stoff- Waldorfpuppe

Die Puppe als Begleiter des Kindes

   Was bedeutet eine Puppe für ein kleines Kind? Sie ist sein stiller Begleiter, der alles miterlebt — sich freut , traurig  ist — lachen oder weinen kann. Das bedeutet, dass das Kind mit seiner Phantasie Erlebnisse, Stimmungen und Gefühle in der Puppe wieder- oder auch miterlebt. Die Puppe lacht, weint , freut sich oder ist traurig.

braun1-kopie   Wer sich nun das immer starr lachende Gesicht einer perfekt bis ins Detail ausgeformten Plastikpuppe vorstellt, kann nachvollziehen, dass es für die Phantasie des Kindes schwer ist, eine solche Puppe z. b. trauern zu lassen. Die Waldorfpuppe ist aus eben diesem Grund nur sehr zurückhaltend ausgestaltet. Augen und Mund sind nur angedeutet, es gibt keine langen Wimpern oder Kulleraugen.

   Wenn ein Kind mit so einer Puppe „kommuniziert“, können die Phantasiekräfte sie regelrecht lebendig teilnehmen lassen an allen Erlebnissen — auch in ihrer gefühlsmäßigen Vielfalt.

Das Material

Ein weiterer Aspekt ist die Weichheit und Wärme der Stoffpuppe nach Art der Waldorfpuppen.  Sie wird gern in den Arm genommen,  auch mit ins Bett, wird gedrückt und geknuddelt, denn Sie besteht nicht aus kaltem Kunststoff sondern aus Naturmaterialien. Körper und Kopf sind bezogen mit fest verarbeitetem Baumwolltrikot. Ausgestopft sind meine Puppen mit kardierter reiner Schafwolle. Für die Haare verwende ich entweder Mohairwolle, oder auch glatte Wolle. Die Kleider sind aus geprüften Bio-Stoffen genäht.

Die Stoffpuppe kann auch gewaschen werden, wenn sie nach längere Zeit einmal zu stark verschmutzt ist. Dazu gibt es hier eine  Waschanleitung.

waschen

Die „individuelle“ Puppe

Meine Puppen nach Art der Waldforfpuppen sind keine in tausendfacher Ausführung produzierte Massenanfertigung — sondern eine jede Puppe wird einzeln ausgestaltet.. oft ganz individuell– für jedes Kind kann etwas Besonders von Bedeutung sein. Dies kann in seiner pädagogischen Bedeutung bis hin in die Farbauswahl und die Berücksichtigung des Temperamentes eines Kindes gehen.

Diese Ausführungen können nur andeutungsweise bleiben. Wenn Sie gerne weiteres über Puppen oder die Bedeutung von pädagogisch wertvollem Spielzeug wissen wollen, so können Sie in meiner Literaturliste die Titel von interessanten Büchern zu diesen Themen  nachlesen.

 

Einige Gedanken über die Bedeutung der Waldorfpuppe.

 

Ich denke, dass es doch sehr viel an Überlegungen und Einfühlung bedarf, um Puppen zu schaffen, die wirklich der ursprünglichen und inneren Bedeutung von dem was eine Waldorfpuppe sein könnte, nahe kommen. Dies gilt vor allem jetzt und heutzutage, wo man im Internet eine wahre Flut  von Stoffpuppen  sehen kann, die sich fast alle * Waldorfpuppen* nennen.
Vor allem sieht man vermehrt stark gezeichnete Gesichter mit Nasen, aufgefilzten Wangen und Lippen und Ohren. Das sind oft wirklich sehr schöne und kunstvolle Puppengesichter. Auch mir haben ja sehr viele Anfragen nach Puppen zumindest mit Nasen erreicht.
Vor ein paar Jahren habe ich das nicht gern gemacht und zwar aus zweierlei Gründen:

  • Die Nase ragt aus dem Gesicht hervor. Der Puppentrikot wird an dieser Stelle sehr viel mehr beansprucht und abgerieben als der Stoff im übrigen Gesicht. Es kommt deshalb bei JEDER Nase schnell zu einer stärkeren Verschmutzung, was nicht so schön aussieht… und der Stoff bekommt auch an der Nase leicht ein Loch. Darüber informiere ich jede/n Besteller/ in vorab.
  • Siehe die Erläuterungen ein wenig weiter unter, wenn eine richtige Waldorfpuppe gewünscht wird und nicht eher eine Stoffpuppe aus Naturmaterialien, dann sollte man maf zuviele Details im Gesicht und auch bei der Kleidung verzichte.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer wirklichen Waldorfpuppe und der Stoffpuppe aus natürlichen Materialien.. oder gibt es den gar nicht?

Eine besondere Bedeutung maßen die Waldorfpädagogen der ersten Stunde der Schlichtheit und Einfachheit in der Gestaltung des Gesichtes bei. Nur punktförmig angedeutet sollten Mund und Augen  möglichst sein, damit das Kind all seine Gefühlsregungen wie in einem Spiegel in seiner Puppe miterleben kann, als seinem engsten Begleiter und Freund.
Ebenso viel Gewicht wurde auf die Farbgestaltung gelegt… entsprechend den Temperamenten konnte man so eine Puppe als Idealen Spielgefährten ganz individuell für jedes Kind erschaffen.
Ich hab in dieser Richtung den Sommer über experimentiert  und habe vier neue Puppen Typen entsprechend den Temperamenten entworfen. Die eher dunkelhaarige Puppe mit kräftigen Gliedmaßen und rotem Kleidchen drückt das cholerische Temperament aus, während die  feingliedrige zartblonde Puppe in heller lichter Bekleidung eher eine phlegmatisch- ruhige Ausstrahlung zeigt. Grünliches Kleidchen und rote Haare könnte sehr schön das sanguinischen Temperament widerspiegeln, während blaue Farben und ebenfall helles Haar dem melancholischen entsprechen würden.
Gern würde ich mich  mit euch über diese Thematik weiter aus tauschen… habt ihr Erfahrung mit Temperament- Puppen… oder ist so etwas alles reine Theorie und man kauft halt für sein Kind, was einem so gefällt?
Betrachtet diese Gedanken einfach als Anstoß für weitere Beobachtungen Eurer Kinder und vielleicht hat der/die  eine oder andere Leser/in Lust, ihre/seine Gedanken dazu im neuen Puppenforum den anderen mitzuteilen.

Gedanken über die ursprüngliche Bedeutung der Waldorfpuppe

Was meinten die Begründer der Waldorfbewegung damals damit, als sie von der Bedeutung der Puppe für das kleine Kind sprachen:

Hierzu einige Zitate vom Begründer der Waldorfbewegung Rudolf Steiner:
*Für das Kind ist die Puppe ein Gegenüber und kann je nach Alter und Entwicklung des Kindes anders aussehen. Sie darf nicht zu stark ausgestaltet sein, um die Phantasie des Kindes anzuregen.*
oder: „Das Kind verödet innerlich neben der schönen Puppe, weil da für seine Phantasie nichts übrig bleibt…“
An anderer Stelle sagt er in einem Vortrag:
„Oder man kann eine so genannte „schöne“ Puppe mit echten Haaren und bemalten Wangen kaufen und sie dem Kinde geben. Es braucht hier gar nicht einmal davon gesprochen zu werden, dass diese Puppe natürlich doch scheußlich ist und den gesunden ästhetischen Sinn für Lebenszeit zu verderben geeignet ist. Die Haupterziehungsfrage dabei ist eine andere. Wenn das Kind die zusammengewickelte Serviette (hier meint er eine sehr einfache Zippfelpuppe -Anmerkung der Autorin) vor sich hat, so muss es sich aus seiner Phantasie heraus das ergänzen, was das Ding erst als Mensch erscheinen lässt. Diese Arbeit der Phantasie wirkt bildend auf die Formen des Gehirns. Dieses schließt sich auf, wie sich die Muskeln der Hand aufschließen durch die ihnen angemessene Arbeit. Erhält das Kind die so genannte „schöne Puppe“, so hat das Gehirn nichts mehr zu tun. Es verkümmert und verdorrt, statt sich aufzuschließen.

Wenn man sich in diesem Sinne einmal anschaut, was man heute im Internet oder auch in Läden unter der Bezeichnung *Waldorfpuppe so alles finden kann ist das manchmal schon wirklich erstaunlich…
Da findet man z.b. Anleitungen um eine *Waldorfpuppe* zu nähen, in denen mit synthetischem Vlies gearbeitet wird… Macht schon das alleine eine Waldorfpuppe aus, wenn sie ganz aus textilem Material gemacht ist? Oder sollte es wenigsten *Naturmaterial* sein, damit man so einem Namen gerecht wird? Oder man sieht * so genannte* Waldorfpuppen mit großen aufgemalten Kulleraugen und Löckchenperücken, die ein Kussmündchen machen.. Barbie lässt grüßen 😉
Ich denke, dass es dazu doch sehr viel mehr an Überlegungen und Einfühlung bedarf, um Puppen zu schaffen, die wirklich der ursprünglichen und inneren Bedeutung von dem was eine Waldorfpuppe sein könnte, nahe kommen.
Eine besondere Bedeutung maßen die Waldorfpädagogen der ersten Stunde der Schlichtheit und Einfachheit in der Gestaltung des Gesichtes bei. Nur punktförmig angedeutet sollten Mund und Augen  möglichst sein, damit das Kind all seine Gefühlsregungen wie in einem Spiegel in seiner Puppe miterleben kann, als seinem engsten Begleiter und Freund.
Ebenso viel Gewicht wurde auf die Farbgestaltung gelegt… entsprechend den Temperamenten konnte man so eine Puppe als Idealen Spielgefährten ganz individuell für jedes Kind erschaffen.
Ich hab in dieser Richtung den Sommer über experimentiert  und habe vier neue Puppen Typen entsprechend den Temperamenten entworfen. Die eher dunkelhaarige Puppe mit kräftigen Gliedmaßen und rotem Kleidchen drückt das cholerische Temperament aus, während die  feingliedrige zartblonde Puppe in heller lichter Bekleidung eher eine phlegmatisch- ruhige Ausstrahlung zeigt. Grünliches Kleidchen und rote Haare könnte sehr schön das sanguinischen Temperament widerspiegeln, während blaue Farben und ebenfall helles Haar dem melancholischen entsprechen würden.
Gern würde ich mich  mit euch über diese Thematik weiter aus tauschen… habt ihr Erfahrung mit Temperament- Puppen… oder ist so etwas alles reine Theorie und man kauft halt für sein Kind, was einem so gefällt?
Betrachtet diese Gedanken einfach als Anstoß für weitere Beobachtungen Eurer Kinder und vielleicht hat der/die  eine oder andere Leser/in Lust, ihre/seine Gedanken dazu im neuen Puppenforum den anderen mitzuteilen.